Pfade im Dateisystem

Ein Pfad beschreibt den Weg zu einem Ordner oder einer Datei.

Es gibt grundsätzlich 2 Arten von Pfaden.

Typ 1: Absolute Pfade

Ein absoluter Pfad gibt dem Weg zur Datei oder zum Ordner absolut an, also der direkte Weg ohne Abhängigkeiten.
Ein Beispiel:
/etc/apt/sources.list
Dieser Pfad beschreibt nun den direkten Weg zur Datei sources.list.
Es geht also im Verzeichnis „/“ los, dieses Verzeichnis ist das Wurzelverzeichnis oder auch einfach „Root“ genannt.
Dann geht es weiter im Ordner etc über den Ordner apt zur Datei sources.list .
Der Pfad /etc oder /etc/ gibt dem Weg zum Ordner „etc“ an.

Absolute Pfade sind also direkte Wege.

Typ 2: Relative Pfade

Ein relativer Pfad beschreibt den Weg zu einer Datei in Abhängigkeit von dem Verzeichnis, indem man sich befindet.
Wenn man beispielsweise die Shell/Terminal/Kommandozeile öffnet, dann befindet man sich im Home-Verzeichnis, also /home/[dein Nutzername]/.

Wenn man einen relativen Pfad nun angeben möchte, dann benutzt man folgende Zeichen ../. Diese Zeichen bedeuten schlicht, dass man ein Verzeichnis über dem Verzeichnis, in dem man sich befindet, ansprechen möchte.
Wenn man nun nach dem Starten der Shell folgendes eingibt: ../, dann bedeutet das, dass man das Verzeichnis /home ansprechen möchte.
Jetzt kann man ausgehend von diesem Zeichen in der Ordnerstruktur hoch klettern, also z.B. ../test, damit würde man im Verzeichnis /home/test landen.

Eine weiteres Zeichen ist noch: ./. Diese Kombination besagt einfach, dass man ausgehend von dem Verzeichnis, in dem man sich befindet, einen Pfad angeben möchte. Das kann man sich auch sparen in dem man einfach den Ordnernamen hinschreibt und sich dann höher hangelt, wenn im Homeverzeichnis ein Ordner mit dem Namen „zucker“ existiert, dann kann man auch schreiben: zucker/ und dann einfach den weiteren Pfad angeben.

Um nun das Verzeichnis in dem man sich befindet zu wechseln benutzt man einfach den Befehl cd, was für „change directory“ steht.
Also, wenn wir von unserem Homeverzeichnis zum Wurzelverzeichnis möchten schreiben wir einfach: cd / und wir sind im Wurzelverzeichnis.
Für alle relativen Pfade gilt nun, dass diese ab sofort von diesem Verzeichnis ausgehen.

Den Ordner bzw. Pfad in dem man sich befindet erfährt man mit: pwd
Je nachdem wie man sich seinen Shell-Prompt eingestellt hat wird er auch direkt im Prompt angezeigt: [01:40:11:ubuntu@/etc/apt].

In fast jeder Shell gibt es auto complete, welches man mit der Tabulatortaste auslösen kann (Die Taste mit dem Pfeil rechts und links). Dazu tippt man die Taste einfach 2x an und er zeigt alle Ordner an die existieren, wenn man einen Buchstaben hinschreibt z.B. „e“, dann werden alle Ordner mit einem e am Anfang angezeigt. Wenn nur ein Ordner mit einem „e“ am Anfang existiert, dann vervollständigt die Shell den Namen komplett.

Es gibt auch noch zwei besondere Pfade (Anderer dieser Art fallen mir momentan nicht ein):
„~/“ Dieser Pfad ist halb relativ und halb absolut, denn er gibt das Home-Verzeichnis in Abhängigkeit vom angemeldeten Benutzer an.
Wenn man beispielsweise als Benutzer „test“ angemeldet ist, dann würde dies bedeuten, dass „~/“ dich in das Verzeichnis „/home/test“ bringt.

Und es gibt noch den Pfad „-„, das ist eigentlich kein Pfad, sonder eher eine Variable.
Dieses Zeichen sorgt dafür, dass wenn man cd - eingibt, dass man in das zuletzt besuchte Verzeichnis wechselt.
Beispiel:
Man ist im Verzeichnis „/etc/apt/“ und war vorher im Verzeichnis „/home/test“, dann würde man, mit dem oben genannten Befehl, ins Verzeichnis „/home/test“ zurück gelangen.

2 Gedanken zu „Pfade im Dateisystem

  1. Pingback: Kommentarantwort zu Anfängerprobleme - Ubuntu hilfe

  2. Felix

    Ich bin leider noch völlig unerfahren mit Ubuntu. Ich hbe mir eine SSD – Festplatte gekauft und da Ubuntu installiert. Wenn ich nun Programme installiere, werden diese auch auf die SSD gespielt. Gibt es eine Möglichkeit den installationspfad von Programmen zu änder, zum Beispiel eine andere Festplatte??

    Danke schon mal im Voraus

    Gruß Felix

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