Desktop aufnehmen mit recordMyDesktop

Du möchtest ein mal deinen Desktop abfilmen, um deinen Freunden zu zeigen wie toll Linux ist, dann brauchst du nicht zu deiner Kamera greifen, sondern kannst auf das wunderbare Open-Source-Tool recordMyDesktop zurückgreifen.
Dieses Tool ermöglicht es dir deinen Desktop inklusive Ton aufzunehmen.
Das Programm bietet neben einer shell Benutzeroberfläche auch eine grafische Benutzeroberfläche.
Es bietet darüber hinaus einige sehr ausgefuchste Funktionen, welche das Arbeiten mit recordMyDesktop erheblich erleichtern

Wenn dich diese kurze Einleitung überzeugt hat, dann können wir loslegen! Um recordMyDesktop zu installieren tippe folgendes in die Shell:

apt-get install gtk-recordmydesktop

Nun solltest du recordMyDesktop in deinem Menü unter folgendem Punkt finden: Anwendungen -> Unterhaltungsmedien -> recordMyDesktop.
Wenn du das Programm nun aufrufst, solltest du folgendes Bild vor dir haben:


recordmydesktop Startbildschirm

Der Startbildschirm von recordMyDesktop


Es sollte bei dir fast genauso aussehen, mit einer Ausnahme in dem Kästchen links oben solltest du deinen Desktop wiedererkennen.

Rechts neben dem kleinen live-Bild deines Desktop findest du 2 Schieberegler, über diese Regler kannst du, wie die Beschreibung schon erahnen lässt, die Qualität des Videos beeinflussen das hat natürlich erheblichen Einfluss auf die Größe der am Ende produzierten Videodatei. Es ist nicht empfehlenswert die Audio Qualität großartig zu beeinflussen, da die Tonaufnahme den geringsten Teil der Endgröße ausmacht. Der untere Audio-Regler besitzt links noch ein kleines Kästchen, über dieses Kästchen kannst du das Mitschneiden des Tons komplett ausschalten und ggf. wieder aktivieren.

Wenn du jetzt auf Aufnahme drücken würdest, dann würde recordMyDestkop deinen gesamten Desktop aufnehmen. Es kann aber durchaus einmal vorkommen, dass du nur gewisse Teile aufnehmen möchtest, um dir das zu ermöglichen bietet recordMyDesktop einige Features.
Falls du ein komplettes Fenster auf nehmen möchtest, dann macht es dir die Software super einfach.
Klicke einfach mit der Maus auf den großen Button links unten mit der Aufschrift „Wählen Sie bitte ein Fenster aus“, nachdem Klick sollte deine Maus zu einem Kreuz werden. Mit diesem Kreuz klickst du jetzt auf das aufzunehmende Fenster. Achtung nicht in dem kleinen live-Bild, sondern das „echte“ Fenster. Wenn du alles richtig gemacht hast solltest du jetzt einen schwarzen Kasten auf deinem Bildschirm sehen. Genau dieser Kasten wird jetzt aufgenommen, wenn du also das Fenster verschiebst wandert die „Kamera“ nicht mit, sondern sie nimmt weiter nur dieses Kästchen auf.
Anmerkung: Wenn du wieder den gesamten Desktop aufnehmen möchtest klicke einfach irgendwohin, wo kein Fenster ist.

Soviel dazu, wenn du nur ein Teil eines Fensters aufnehmen willst wird es schwieriger, dann musst du nämlich in dem kleinen live-Bild die entsprechende Stelle markieren. Das kann schon mal in einer Fummelarbeit ausarten, um das zu umgehen hier ein Trick:
Öffne einfach irgendein Fenster und schiebe es über die Stelle die du aufnehmen möchtest. Jetzt skalierst und richtest du das Fenster so aus, dass die Stelle, die du aufnehmen willst, komplett abgedeckt ist. Jetzt kannst du so wie oben beschrieben vorgehen und das Fenster einfach anklicken.

Wir kommen nun zu einigen erweiternden Funktionen, klicke dazu auf den Button „Erweitert“.
Es sollte sich nun ein Fenster mit 4 Reiterkarten geöffnet haben. Die erste Karte ist recht uninteressant, aber die zweite „Leistung“ bietet einige coole Optionen.
Einmal kannst du dort die Bilder pro Sekunde einstellen, welche auch Auswirkungen auf Qualität und Größe des Endfilms hat.
Zweitens gibt es die Option „Während der Aufnahme encodieren“, wenn du einen etwas leistungsstärkeren PC hast würde ich diese Option auf jeden Fall aktivieren, da sie dir am Ende eine lange Wartezeit erspart. Wenn diese Option ausgeschaltet ist, dann muss er den gesamten Bilderstrom, den er aufnimmt, am Ende in ein abspielbares Format übertragen. Wenn diese Option allerdings aktiviert ist, dann macht er es im Prinzip „Just in Time“, also er encodiert während er aufnimmt.
Die beiden letzten Optionen sind weitestgehend uninteressant.

Die Reiterkarten „Audio“ und „Misc“ werde ich an dieser Stelle nicht erläutern, da sie eher uninteressante Optionen bieten.

Noch ein paar Worte zur Bedienungen:
Wenn du die Aufnahme starten möchtest klicke auf „Aufnahme“, dann minimiert sich das Fenster und du siehst in deinem Panel (die Leiste wo auch die Uhr ist) ein kleines Tray Icon, wo ein Viereck drauf ist. Wenn du die Aufnahme nun stoppen willst klicke einfach auf dieses Tray Ircon und das Fenster kommt wieder. Falls du keine „Just in Time“-Konvertierung gewählt hast wird das Video nun erst einmal konvertiert. Wenn dieser Prozess durchgelaufen ist siehst du erstmal nichts mehr, dass Fenster ist wieder ganz normal da.
Jetzt nicht frustriert sein! Dein Video ist nicht weg! Klicke auf „Speichern unter“ und du kannst das Video am Platz deiner Wahl abspeichern!

Nun widmen wir uns noch kurz der shell Bedienung:
Über die shell Bedienung möchte ich eigentlich nicht viele Worte verlieren, weil wenn man sich die Bedienung über die Shell zutraut weiß man sich meistens selbst zu helfen.
Soviel soll aber gesagt sein:
Die Bedienung über die Shell bietet im Prinzip die gleichen Möglichkeiten wie die Bedienung über den grafischen Weg, allerdings ist das auswählen einzelner Bereiche etwas mühevoller, da man über X und Y sich seinen Teil raus suchen muss.
Der Shellweg ist wohl für Webapplikationen am interessantesten.

Eine Übersicht wie man welche Optionen über die Shell bedienen kann findest du hier:

recordmydesktop –help

7 Gedanken zu „Desktop aufnehmen mit recordMyDesktop

  1. peter

    „Die Reiterkarten “Audio” und “Misc” werde ich an dieser Stelle nicht erläutern, da sie eher uninteressante Optionen bieten.“
    ne eher nich. audio ist eine eher interessante option. danke dass du sie nich erwaehnst.

  2. noch'n Peter

    Danke an den Autor. Ich habs unter Lucid auf Anhieb wie beschrieben hinbekommen!

    @peter:
    Toll.Hilfreicher Kommentar. Und wann gedenkst Du die interessante Option zu erläutern?

  3. Christoph Koydl

    „Über die shell Bedienung möchte ich eigentlich viele Worte verlieren, [..]“

    wahrscheinlich:

    Über die Shell-Bedienung möchte ich eigentlich nicht so viele Worte verlieren, [..]

    Christoph Koydl

  4. Mariusz Kuc

    Ich habe recordmydesktop schon lange genutzt und es hat alles soweit funktioniert, allerdings unter Gnome. Unter Kubuntu funktioniert nur die Aufnahme und Wiedergabe, wenn man aber das Video auf andere Formate konvertiert ist das Bild total schlechter Qualität so das eine Video zu Präsentation absolut nicht genutzt werden kann! Ich habe es auf mehren Rechnern ausprobiert, und immer mit gleicher Ergebnis! Ich habe bis jetzt nichts gefunden, wenn jemand dieses Problem lösen könnte bitte hier schreiben.

  5. geronimo

    Ein ganz interessantes Werkzeug.
    Mir gelang es bisher leider nicht herauszufinden, ob/wie man Voreinstellungen abspeichern kann,
    SIe bei jedem Start wiederholen zu müssen, ist ein wenig stupide.

  6. Konne

    Vielen Dank für das nützliche Tool und Rat. Unglaublich was Open Source Software inzwischen alles bieten kann!

    Ich nutze es in Kombination mit dem Open-Shot Video Editor für Animationen. Was mir gleich sehr positiv auffällt: Ohne groß Video Formate Wandeln zu müssen kann man es direkt einsetzen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.